Brigitte Kralovitz-Meckauer (1925 – 2014) – In Memoriam

„Mit 5 lebte ich mit meinen Eltern in Deutschland, mit 10 Jahren in Italien, mit 15 in Frankreich, mit 20 in der Schweiz, mit 25 in den USA, mit 30 wieder in Deutschland. Seitdem war ich, zusammen mit meinem Mann, den ich in New York geheiratet habe, erst in München und bin nun seit Jahrzehnten in Köln, wo wir ein neues Zuhause gefunden haben. Niemand, sofern er uns nicht näher kennt, sieht uns unsere bewegte Vergangenheit an“, schrieb Brigitte Kralovitz-Meckauer im Vorwort zu ihren Lebenserinnerungen „Summary of my life“.

Am 19. Januar 2014 ist die für ihr Engagement gemeinsam mit ihrem Mann mit dem Bundesverdienstkreuz und der Ehrenmedaille der Stadt Leipzig ausgezeichnete Übersetzerin und Autorin in Köln gestorben.

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Zum Tod von Susanne Trachsler

Im Dezember 2012 verstarb Susanne Trachsler in ihrer Wahlheimat Zürich. Sie war ein langjähriges Mitglied in der Gesellschaft für Exilforschung e.V. und engagierte sich insbesondere in der Arbeitsgruppe "Frauen im Exil".

Ein Nachruf von Gabriele Fritsch-Vivié


Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Prof. Dr. Guy Stern

Die Gesellschaft für Exilforschung e.V. hat dem Distinguished Professor emeritus of German Literatur and Cultural History at Wayne State University, Detroit/MI., derzeit Direktor des International Institute of the Righteous at the Holocaust Memorial Center in Farmington Hills (nahe Detroit), Guy Stern, am 19. Oktober 2012 die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Die Feier fand im Rahmen der Finissage der Ausstellung „‘Fremd bin ich den Menschen dort‘. Ein Blick in die Sammlungen des Deutschen Exilarchivs 1933-1945 und des Deutschen Literaturarchivs Marbach“ in der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt am Main statt. Im Anschluss an die Laudatio und die Überreichung der Urkunde hat Prof. Stern einen Vortrag mit dem Titel: „Helfende Hände. Chronik meiner Rettung“ gehalten.

Laudatio von Frau Dr. Ursula Langkau-Alex

Danksagung von Prof. Dr. Guy Stern

Kurzbiograpie von Prof. Dr. Guy Stern

 

Hans Keilson gestorben

Unser Ehrenmitglied Dr. Hans Keilson ist am 31. Mai 2011 im hohen Alter von 101 Jahren verstorben. Ein ausführlicher Nachruf auf diesen auch international hoch geschätzten Nervenarzt, Schriftsteller und Dichter wird im Neuen Nachrichtenbrief Nr. 38, Dezember 2011, erscheinen. Vorläufig möchten wir auf das „Portrait“ zur Vollendung des 90. Lebensjahres von Hans Keilson und auf die Hommage zu seinen 100 Jahren hinweisen (Neuer Nachrichtenbrief Nr. 14, S. 17-19,  Nr. 34, S. 1-2 und Nr. 38, S. 9-10).

Jens Brüning gestorben

Am 20. Februar 2011 ist Jens Brüning in Berlin gestorben. Der 1946 in Oldenburg Geborene war als Rundfunkjournalist u.a. für das Kulturradio des RBB und das Deutschlandradio Kultur tätig und schrieb für die Süddeutsche Zeitung und den Tagesspiegel.

Brünings besonderes Interesse galt der deutschsprachigen Exilliteratur. So gab er z.B. Gabriele Tergits Reportagen und Feuilletons ebenso heraus wie ihren Roman „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“. Auch die deutsche Erstausgabe der Anthologie des Club 1943 „In Tyranos. Vier Jahrhunderte Kampf gegen Unterdrückung in Deutschland“ ist Jens Brünings Verdienst.


Werner Berthold zum 90. Geburtstag

Am 10. Februar 2011 feierte Werner Berthold, langjähriger Leiter der Benutzungsabteilung und des Deutschen Exilarchivs 1933 - 1945 der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main und einer der Mitbegründer der Exilforschung in der Bundesrepublik Deutschland, seinen 90. Geburtstag.

Werner Berthold, 1921 in Auerbach/Vogtland geboren, hatte nach Kriegsdienst und Gefangenschaft von 1946 bis 1951 an der Universität Leipzig Geschichte, Literatur und Philosophie studiert und sein Studium mit einer Promotion über E.T.A. Hoffmann abgeschlossen. 
Nach einem Referendariat an der Sächsischen Landesbibliothek in Dresden und der Deutschen Staatsbibliothek in Berlin war Berthold als Fachreferent für Germanistik und Philosophie an der Deutschen Staatsbibliothek in Berlin tätig. 1957 zog er nach Frankfurt am Main, wo er von November 1957 bis März 1984 an der Deutschen Nationalbibliothek tätig war. 1959 wurde ihm dort auch die Verantwortung für die Ende der 1940er-Jahre begründete „Emigrantenbibliothek“, heute Deutsches Exilarchiv 1933-1945, übertragen, die er in den folgenden Jahren weiter ausbaute.
1965 legte Berthold mit der Ausstellung und dem gleichnamigen Katalog „Exilliteratur 1933 - 1945“ einen ersten umfassenden, alle Richtungen des Exils dokumentierenden Überblick vor, der wesentlich dazu beitrug, die Exilforschung in der Bundesrepublik Deutschland anzuregen. An den in den folgenden Jahren durchgeführten Gemeinschaftsprojekten zur Erschließung der politischen und literarischen Quellen des deutschsprachigen Exils war das Deutsche Exilarchiv 1933-1945 ebenso beteiligt wie am internationalen Austausch der Exilforschung. So war Berthold beispielsweise als Referent der Bundesrepublik Deutschland auf dem „II. Internationalen Symposium zur Erforschung des deutschsprachigen Exils nach 1933“ in Kopenhagen (1972) vertreten. Anstöße für die Exilforschung gaben auch die von Werner Berthold erarbeiteten oder mit verantworteten Ausstellungen und Begleitpublikationen, darunter „Der deutsche PEN-Club im Exil“ (1980), „Die jüdische Emigration aus Deutschland“ (1985) und „Deutsche Intellektuelle im Exil : ihre Akademie und die ‚American Guild for German Cultural Freedom‘“ (1993). Auch als Mitherausgeber (mit Hans-Albert Walter) der Reihe „Exilliteratur“ im Gerstenberg-Verlag, Hildesheim, die von 1977 bis 1986 wichtige literarische und politische Texte des Exils wieder zugänglich machte, blieb Werner Berthold dem Themenfeld deutschsprachige Emigration verpflichtet. Nach seiner Pensionierung im März 1984 blieb Werner Berthold dem Deutschen Exilarchiv 1933 - 1945 der Deutschen Nationalbibliothek weiterhin aktiv verbunden.

 

Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Prof. Dr. John M. Spalek

Am 6. September 2010 fand in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der Gesellschaft für Exilforschung an John M. Spalek statt.

John M. Spalek, ein „Pionier der Exilforschung“, wie ihn Claus-Dieter Krohn bezeichnet hat, hat sich in vielfacher Weise um das deutschsprachige Exil in den USA verdient gemacht. Am 28. August ist er für diese Verdienste mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet worden. Die Gesellschaft für Exilforschung gratuliert sehr herzlich zu dieser Auszeichnung.

Nach Abschluss des Studiums der Germanistik an der Stanford University, Kalifornien, war John M. Spalek an der University of Southern California in Los Angeles und der State University of New York in Albany tätig. Bereits zu Beginn der 1970er Jahre begann er, Materialien deutschsprachiger Emigranten in den USA zu lokalisieren und zu beschreiben. In vier Bänden erschien von 1978 bis 1997 sein "Guide to the Archival Materials of the German-speaking Emigration to the United States after 1933" im Verlag K. G. Saur, München. In dem von ihm, Konrad Feilchenfeld und Sandra Hawrylchak herausgegebenen Sammelwerk "Deutschsprachige Emigration 1933-1945" in den USA werden in Aufsätzen und Bibliografien zahlreiche bekannte und auch weniger bekannte, aber gleichwohl bedeutende Schriftsteller, Publizisten und Kulturwissenschaftler vorgestellt. Zu Spaleks weiteren Arbeiten zählt ein "bibliographisches Handbuch" zu Lion Feuchtwanger in 4 Bänden, das 2004 abgeschlossen wurde. 2009 legte er eine Bibliografie der Werke Franz Werfels vor.
In ihrer Begrüßung würdigte Elisabeth Niggemann, Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek, John M. Spaleks Verdienste um das deutschsprachige Exil und schloss sich Inge Jens an, die der Gesellschaft für Exilforschung zu der Entscheidung, Spalek zum Ehrenmitglied zu machen, schriftlich gratuliert hatte. Elisabeth Niggemann wies auf die über vierzig Jahre andauernde erfolgreiche Zusammenarbeit des Deutschen Exilarchivs der Deutschen Nationalbibliothek mit John M. Spalek hin. 89 Bestände, die neuesten noch nicht hinzugerechnet, konnten durch Spaleks Vermittlung der Sammlung hinzugefügt werden.
Auch Ursula Langkau-Alex, erste Vorsitzende der Gesellschaft für Exilforschung, würdigte in Ihrer Rede die vielfältigen Verdienste des Exilforschers: Aufspüren, Zusammentragen sowie Sicherung von Quellen, Aufnehmen, Aufbewahren, Aufbereiten und zur Verfügung stellen der Materialien, kritisches Verarbeiten und Vermitteln der Funde durch Veröffentlichungen - „an allen drei „Fronten“, so Langkau-Alex, habe Spalek sich in der Vergangenheit Verdienste erworben und er sei auf all diesen Gebieten weiterhin aktiv.
In seinen Dankesworten zeichnete Spalek den Weg nach, der ihn zu seiner langjährigen Beschäftigung mit dem deutschsprachigen Exil geführt hat. Sein Interesse an Ernst Toller, die Erarbeitung einer Toller-Bibliografie und – gemeinsam mit Wolfgang Frühwald - die Herausgabe der Werke Ernst Tollers habe sein Interesse an der Exilforschung geweckt. Ebenso sei seine Zeit an der University of Southern California in Los Angeles prägend gewesen, wo er viele Emigranten, darunter Marta Feuchtwanger und George Froeschel, persönlich kennengelernt habe. Eine entscheidende Rolle habe auch der Germanist Walter A. Berendsohn gespielt, auf dessen Anregung hin 1969 das erste internationale Symposium zur Erforschung des deutschsprachigen Exils stattgefunden hat. Spalek schloss seine Rede mit der Aussicht, noch 2 bis 3 Jahre für das Deutsche Exilarchiv arbeiten zu wollen, denn „20 bis 30 Nachlässe gibt es noch“.

 

Wulf Koepke gestorben

Am 14. Mai 2010 ist Wulf Koepke in Boston gestorben. Der 1928 in Lübeck Geborene, 1955 von der Universität Freiburg Promovierte, hat nach Tätigkeiten im Goethe-Institut in Singapur und an verschiedenen amerikanischen Universitäten seit 1971 als Distinguished Professor an der Texas A & M University gelehrt. Neben seinen Arbeiten zur Goethe-Zeit, insbesondere über Johann Gottfried Herder und Jean Paul, zählte die Exilliteratur zu seinen Forschungsschwerpunkten. In den 1970er Jahren war er Mitinitiator der Society for Exile Studies in den USA und des Jahrbuchs Exilforschung, zu dessen langjährigem Redaktionsmitglied er gehörte.

 

Unserem Ehrenmitglied Dr. med. Dr. hc. Hans Keilson zur Vollendung seines 100sten Lebensjahres

Eine persönlich gefasste offizielle Hommage zum 12. Dezember 2009

 

Prof. Hans Würzner gestorben

Hans Würzner, 1. Vorsitzender der Gesellschaft für Exilforschung von 1991 - 1994, verstarb am 19. Juli 2009 im Alter von 82 Jahren in Leiderdorp/Niederlande.

Nachruf von Ursula Langkau-Alex

 

Das "Traumcafe einer Pragerin" ist für immer geschlossen

Am 27. Juni 2008 verstarb Lenka Reinerová in ihrer Heimatstadt Prag. Sie galt als die letzte renommierte deutschsprachige Schriftstellerin Prags. Weiter lesen.

 

In Erinnerung an Karl Jakob Hirsch (1892-1952) - Schriftsteller, Künstler und Exilant

Die Rezension zu einer Biografie mit Werkgeschichte //  Weiter Lesen!


Maria Leitner (1892-1942) - (k)eine Verschollene des Exils

Erinnerungen, Ergänzungen und Entdeckungen zu ihrer Biografie // Weiter Lesen!